Merkwürdigerweise präsentiert die Arbeitsministerin jedoch keine richtige Lösung, um gegen die Armut zu kämpfen. Laut ihr habe die Einkommensungleichheit nicht mehr zugenommen und Arbeit mache reich. Arme sind in ihrem Bericht Objekte der Statistik und für ihre Lage selbst verantwortlich. Die Ärztin von der Leyen, die aus einem gutem Haus kommt, trägt Rosabrille und hat keine Angst Ihr Volk zu betrügen.

Journalisten schliefen bei der Bundespressekonferenz und stellten nicht die richtigen Fragen. Laut gegen-hartz.de sei der Bericht verfälscht. Den Standpunkt der der Bundesministerin kann man folgendermaßen zusammenfassen: „Wer nicht in der Schule gearbeitet hat, ist heute arm. Und wer heute nicht arbeitet, ist auch arm. Schuld an ihrer Lage sind die Arbeitslosen selbst“.

Alice im Wunderland. „Der Bericht betrachtet Armutsrisiken erstmalig nicht als statische Größe, sondern als veränderbaren Prozess. Es geht um die Analyse der Wege in und aus Armut. Die vorliegenden Daten belegen eine positive Entwicklung der meisten Lebenslagen in Deutschland“, schreibt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

Die Ministerin Ursula von der Leyen, CDU, schilderte die Entwicklung des Arbeitsmarktes positiv: „Die Einkommensungleichheit hat nicht zugenommen und wurde sogar gestoppt. Die Zahl der Kinder im Hartz IV ist gesunken. Deutschland liegt besser als der OECD-Durschnitt und steht auf Augenhöhe mit Frankreich und den Nierderlanden. Durch die Arbeit kann man die Armut stoppen. Die Bekämpfung der Jungendarbeitslosigkeit ist eine Erfolgsgeschichte und steht auf dem niedrigen Europa-Niveau. Der Anteil der jungen Menschen ohne Schulabschluss ist gesunken. Die Integration der Menschen mit Migrationshintergründen gelingt immer besser. Heute haben 40 Prozent der Migranten zwischen 30 und 35 Jahren ein Abitur (gegen 20 Prozent vor 30 Jahren). Erwerbsbeteiligung der Frauen, die aber sehr stark in Teilzeit zugenommen hat, ist im Berichtszeitsraum deutlich gestiegen. 25 Prozent der Frauen arbeiten Teilzeit. Man sieht auch in der Krise eine Zunahme der Ewerbstätigkeit der Älteren. Die Langzeitarbeitslosigkeit sank stetig nachhaltig und erreichte die niedrigste Rate seit der Einführung des Hartz IV. Seit 2007 sank diese um 40 Prozent.“

Fakt. Laut gegen-hartz.de hat die Bundesregierung den Armutsbericht verfälscht: „Die Aussagen im offiziellen Armutsbericht entsprechen nicht dem politischen Denken der schwarz-gelben Bundesregierung und wurden ganz einfach nachträglich stark abgeändert. Wir sehen wachsenden Reichtum und immer mehr Armut. Ganz besonders „unpassend“ erscheint uns die Aussage, dass das Privatvermögen der Reichen massiv weiter anwächst und die Einkommensspreizung immer weiter zunimmtAuch die Lohnentwicklung wird ganz einfach von der Regierung negiert. In dem Ursprungsbericht stand, dass während die Lohnentwicklung im oberen Bereich positiv steigend gewesen sei, seien die unteren Löhne in den vergangenen zehn Jahren preisbereinigt gesunken. Die Einkommensspreizung habe zugenommen.

Im Bericht könnte man auch lesen, dass eine solche Entwicklung „das Gerechtigkeitsempfinden der Bevölkerung “ verletzen würde und könne dazu „den gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährden“. Fakten wurden weg radiert. Der Satz: „Allerdings arbeiteten im Jahr 2010 in Deutschland knapp über vier Millionen Menschen für einen Bruttostundenlohn von unter sieben Euro“ wurde einfach gelöscht. Vor allem die Ungleichverteilung von Arm und Reich störte den Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler, FDP, ganz gewaltig. Nach seiner politischen Auffassung würde die gesellschaftliche Spaltung in Deutschland nicht immer größer werden, auch wenn die Faktenlage eine ganz andere Sprache spricht.“

 Aus dem Jahre 2006 hatte „Die Arche“ eine Karte über Armustkinder veröffentlicht. Seitdem hat sich die Situation der Kinderarmut mit der Krise zugespitzt. Bereits im September 2012 schrieb die deutsche Presse, dass jeden Tag 105 Kinder ihren Eltern wegenommen werden. Wo sind die zwei Millionen Kinder, die in der Armut leben? Wieso wird es darüber nicht gründlich berichtet und die Rolle des Jugendamtes bei der Armutsbekämpfung nicht erwähnt?
Weiterlesen: http://german.ruvr.ru/2013_03_12/Armutsbericht-gefalscht-uber-zwei-Millionen-Armutskinder/